Regionale Digitalisierungs- und KI-Hubs als neues Organisationsmodell für die interkommunale Zusammenarbeit
Fachkräftemangel, demografischer Wandel, steigende regulatorische Anforderungen und eine immer komplexere IT stellen Kommunen vor ein strukturelles Problem: Viele Fähigkeiten werden heute parallel in einzelnen Verwaltungen und kommunalen Unternehmen vorgehalten, obwohl Aufgaben, Prozesse und Anforderungen vielfach vergleichbar sind.
Bis 2030 wird dieses Modell vielerorts an Grenzen stoßen.
Interkommunale Zusammenarbeit muss über gemeinsame IT hinausgehen
Die Zusammenarbeit über kommunale IT-Dienstleister, Zweckverbände und Kooperationen ist etabliert. Sie löst aber nur einen Teil der Herausforderung.
Denn auch auf der Nachfrageseite bestehen parallele Strukturen: Kommunen unterhalten eigene Kompetenzen für Digitalisierung, Organisation, Prozessmanagement, IT-Steuerung und zunehmend auch Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig fehlen vielerorts genau in diesen Bereichen spezialisierte Fachkräfte.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Kommunen stärker zusammenarbeiten sollten. Sondern wie weit diese Zusammenarbeit gehen muss.
Regionale Digitalisierungs- und KI-Hubs als neues Organisationsmodell
Die Next Digital Group entwickelt hierfür das Modell regionaler und überregionaler Digitalisierungs- und KI-Hubs.
Mehrere Kommunen bündeln darin ausgewählte Kompetenzen und Fähigkeiten. Dazu können insbesondere gehören:
• Digitalisierung und digitale Transformation
• KI-Kompetenzen und KI-Governance
• Organisations- und Prozessentwicklung
• demandseitige IT-Steuerung und Architektur
• gemeinsame Standards und Methoden
• spezialisierte Fachkompetenzen
Damit entsteht nicht nur eine weitere Kooperationsstruktur. Ziel ist eine leistungsfähige gemeinsame Organisationseinheit, die spezialisierte Fähigkeiten für mehrere Kommunen bereitstellt.
In einer weiteren Entwicklungsstufe können auch standardisierbare Verwaltungsprozesse gebündelt und nach gemeinsamen Servicestandards erbracht werden. Das Prinzip ähnelt Shared-Service-Modellen aus größeren Unternehmen und Konzernen.
Kommunale Eigenständigkeit bleibt erhalten
Ein solches Modell bedeutet keine kommunale Fusion. Politische Verantwortung, lokale Gestaltung und kommunale Eigenständigkeit bleiben bestehen.
Aber Eigenständigkeit bedeutet nicht, jede organisatorische und technologische Fähigkeit selbst vorhalten zu müssen.
Für ein kommunales Zielbild 2030 sollten deshalb sechs Fragen systematisch beantwortet werden:
- Welche Leistungen muss eine Kommune weiterhin selbst erbringen?
- Welche Leistungen kann sie angesichts von Fachkräftemangel und steigender Komplexität überhaupt noch dauerhaft selbst erbringen?
- Welche Fähigkeiten müssen aus fachlichen oder politischen Gründen lokal bleiben?
- Welche Kompetenzen können regional gebündelt werden?
- Welche Prozesse sollten standardisiert oder gemeinsam erbracht werden?
- Welche heutigen Leistungen werden in einer stärker digitalisierten und KI-gestützten Verwaltung überhaupt noch benötigt?
Von Kooperation zu gemeinsamen Fähigkeiten
Der größte Hebel interkommunaler Zusammenarbeit liegt aus unserer Sicht nicht darin, bestehende Strukturen lediglich besser miteinander zu vernetzen. Er liegt darin, Strukturen neu zu denken.
Regionale Digitalisierungs- und KI-Hubs können spezialisierte Kompetenzen bündeln, Standards etablieren, Skaleneffekte ermöglichen und Kommunen den Zugang zu Fähigkeiten eröffnen, die sie allein kaum wirtschaftlich aufbauen und dauerhaft halten können.
Dafür braucht es ein gemeinsames Zielbild, klare Verantwortlichkeiten, verbindliche Standards und eine belastbare Governance.
Die zentrale Frage für die kommenden Jahre lautet deshalb:
Was muss eine Kommune 2030 noch selbst können und welche Fähigkeiten sollten wir konsequent gemeinsam organisieren?
Die Next Digital Group unterstützt Kommunen und kommunale Unternehmen dabei, diese Frage zu beantworten und daraus tragfähige Organisations-, Kooperations- und Betriebsmodelle zu entwickeln. Von der strategischen Potenzialanalyse und dem Zielbild über Governance und Business Case bis zur Konzeption und Umsetzung regionaler Digitalisierungs- und KI-Hubs.